Fast jeder trägt das Risiko in sich, an Gürtelrose zu erkranken.

Eine Gürtelrose kann schmerzhaft sein und heilt nicht immer ohne Folgen aus.

An Herpes Zoster können alle erkranken, die eine Windpocken-Infektion durchlebt haben.

Die Gürtelrose trifft vor allem ältere Menschen.

Ursache der Gürtelrose

Das Virus schlummert oft schon lange im Körper

Herpes Zoster (Gürtelrose) ist eine Viruserkrankung. Sie kann alle treffen, die in ihrer Kindheit an den hochansteckenden Windpocken erkrankt sind. Und dies oft erst Jahrzehnte später und zumeist dann, wenn das Immunsystem schwächelt.1

Die Gürtelrose und eine Windpocken-Infektion entstehen durch denselben Erreger: das Varizella-Zoster-Virus, welches zur Familie der Herpes-Viren gehört. Wer die zumeist gutartig verlaufenden Windpocken überstanden hat, trägt das Virus ein Leben lang im Körper. Es schlummert in bestimmten Nervenzellen von Gehirn und Rückenmark oft über eine lange Zeit in inaktiver Form. Dafür sorgt ein gutes Immunsystem. Bei einem schwächelnden Immunsystem in Kombination mit einem höheren Lebensalter oder Krankheiten, die das Immunsystem beeinträchtigen, werden die Viren wieder aktiv und können einen Herpes Zoster auslösen.1

Bei Gürtelrose besteht keine Ansteckungsgefahr. Herpes Zoster wird nur durch die Reaktivierung des körpereigenen Windpocken Virus verursacht. Der Kontakt mit jemanden, der an Gürtelrose erkrankt ist, hat keinen Einfluss auf die eigene Reaktivierung des Windpocken-Virus und kann somit nicht zu einem Ausbruch von Herpes Zoster führen. Allerdings können sich Menschen, die noch nie an Windpocken erkrankt sind, an einer Herpes Zoster-Blase an Windpocken anstecken.1

Symptome der Gürtelrose

Die Gürtelrose erkennen

Im Anfangsstadium der Gürtelrose sind Schmerzen, Brennen, Juckreiz und Missempfindungen an einer Körperstelle unspezifische Vorboten. Dann folgt das für die Gürtelrose typische Symptom – der streifenförmige Hautausschlag, welcher sich meist nur auf einer Körperseite wie ein Gürtel um jenen Hautbereich legt, der vom jeweiligen Nerv versorgt wird. Die Haut ist angeschwollen und rötlich verfärbt. Weitere Begleiterscheinungen wie beispielsweise Fieber, allgemeines Unwohlsein sowie geschwollene Lymphknoten können hinzukommen. Erst nach einigen Tagen bilden sich kleine, meist stecknadelgrosse Bläschen, die nach sieben bis zehn Tagen verkrusten und schliesslich abheilen. Im besten Fall ist die Krankheit dann beendet.1, 2

Leider heilt eine Gürtelrose nicht immer ohne Folgen aus. Sowohl Infektionen der betroffenen Hautstelle mit Bakterien als auch Narben (nach Abheilung der Bläschen) sind möglich. Tritt die Gürtelrose im Gesicht oder an den Augen auf, können Erblindung, Hörverlust oder vorübergehenden Lähmungen nicht ausgeschlossen werden.2 Die häufigste Komplikation der Gürtelrose ist die postherpetische Neuralgie: Nach der Akutphase treten hier starke, nahezu chronische Schmerzen auf, die über Monate bis Jahre bestehen. Die postherpetische Neuralgie ist nur schwer behandelbar und kann die Lebensqualität beeinträchtigen. Insgesamt leiden zehn bis 30 Prozent der Zosterpatientinnen und -patienten an einer postherpetischen Neuralgie.4-6

Behandlung der Gürtelrose

Rechtzeitig zum Arzt

Die Therapie des Zosters und der postherpetischen Neuralgie ist schwierig und komplex, insbesondere bei älteren Patientinnen und Patienten mit chronischen Krankheiten.7,8,9
Wer erste Symptome eines Herpes Zoster vermutet, sollte rasch einen Arzt aufsuchen. Mit juckreizstillenden Lotionen, welche antiseptisch und austrocknend wirken, lassen sich die Bläschen lokal gut behandeln. Der Arzt kann antivirale Medikamente verordnen, die eine raschere Abheilung der Hautveränderungen bewirken. Wichtig dabei: die Behandlung sollte innerhalb von 72 Stunden beginnen.2,3 Antivirale Medikamente können eine postherpetische Neuralgie jedoch meistens nicht verhindern.10,11 Zur Behandlung der Schmerzen bei Herpes Zoster können je nach Schweregrad Paracetamol oder auch Opioide eingesetzt werden. Manchmal werden bei ausbleibender Schmerzkontrolle auch Antidepressiva eingesetzt.2

Ansteckung durch Gürtelrose verhindern

Eine Impfung kann schützen

Vor allem wenn man sich bereits im mittleren bis hohen Lebensalter befindet oder zu einer Risikogruppe gehört (Patientinnen und Patienten mit Diabetes, COPD, Asthma oder Depression), kann eine Impfung angebracht sein.7,12

Die Impfung wird zurzeit von den Krankenkassen über die Zusatzversicherung ganzheitlich oder teilweise rückvergütet.

Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit zur Impfung gegen Gürtelrose

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt die Impfung gegen Herpes Zoster (Gürtelrose) für Personen ab 65 bis 79 Jahren sowie für in naher Zukunft immungeschwächte Patientinnen und Patienten im Alter von 50 bis 79 Jahren und nimmt die Impfung in den vom BAG publizierten Schweizerischen Impfplan 2018 auf.13

FAQ

  • Was ist Gürtelrose?

    Herpes Zoster (Gürtelrose) ist eine schmerzhafte Krankheit, welche die Nerven und die umliegenden Hautareale des Körpers befällt. Herpes Zoster wird vom selben Virus, das Windpocken auslöst, verursacht.1

  • Wie wird Gürtelrose verursacht?

    Nach einer Windpocken-Erkrankung bleibt das Virus in einem ruhenden Status im Nervensystem im Körper. Es kann jederzeit reaktiviert werden und Gürtelrose auslösen. 95 Prozent der Erwachsenen hatten Windpocken. Sie tragen das Virus, das Gürtelrose verursacht, in sich und können die Krankheit entwickeln.1 Das Virus tritt häufiger bei Menschen im Alter von über 50 Jahren auf.14 Gürtelrose kann bei immunsupprimierten Menschen mehrmals auftreten.2

  • Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, an Gürtelrose zu erkranken?

    Die Gefahr an Gürtelrose zu erkranken nimmt mit steigendem Alter zu.4 Dies aufgrund der natürlichen, altersbedingten Schwächung des Immunsystems. Die Chancen stehen 1 zu 4, einmal im Leben Gürtelrose zu bekommen.15 In der Schweiz gibt es jährlich ungefähr 30‘000 Fälle von Gürtelrose.16

  • Was sind die Symptome von Gürtelrose?

    Herpes Zoster (Gürtelrose) kann mit milden oder sehr starken Symptomen erscheinen. Es ist schwierig vorauszusagen, wie stark sich die Gürtelrose entwickelt. Typischerweise kommt es zu einem Ausschlag auf einer Hälfte des Körpers, oft am Oberkörper, Kopf und Hals oder um die Augen. Der Ausschlag verwandelt sich in schmerzhafte, mit Flüssigkeit gefüllte Blasen, die platzen, verkrusten und dann nach einigen Wochen heilen.4

    Herpes Zoster ist nicht nur ein Ausschlag. Die meisten Menschen leiden unter brennenden, stechenden Schmerzen im Bereich des Ausschlags. Diese Schmerzen können konstant oder zeitweise (z.B. im Anfangsstadium der Gürtelrose) auftreten. Manchmal können sogar leichte Empfindungen wie das Berühren von Kleider oder ein leichter Wind um die Haut Schmerzen verursachen. In schwerwiegenden Fällen ist der Schmerz unerträglich.4

  • Wie lange bleibt der Schmerz von Gürtelrose bestehen?

    Während der akuten Phase von Herpes Zoster (wenn der Ausschlag präsent ist) dauern die Schmerzen im Durchschnitt zwei bis vier Wochen an. Normalerweise löst sich der Schmerz, wenn der Ausschlag verheilt. Allerdings leiden einige Menschen unter langanhaltenden Nervenschmerzen, die monatelang oder sogar jahrelang dauern können. Man nennt dies Post-Zoster-Neuralgie. Mit dem Alter steigt nicht nur das Risiko, an Herpes Zoster zu erkranken, sondern auch, langanhaltende Nervenschmerzen zu entwickeln.4

  • Inwiefern beeinflusst Gürtelrose das tägliche Leben?

    Die Schmerzen im Zusammenhang mit Herpes Zoster können einen negativen Effekt auf das tägliche Leben haben. Eine Mehrheit der Betroffenen gibt an, weniger Freude am Leben zu haben und empfindet Schlaf, die Arbeit und das soziale Leben als beeinträchtigt.17

  • Kann Gürtelrose bleibende Schäden verursachen?

    In zehn bis 20 Prozent der Fälle betrifft Gürtelrose das Auge, was zu verschlechtertem Sehvermögen oder sogar Erblindung des entsprechenden Auges führen kann.
    Zudem kann Herpes Zoster an der betroffenen Körperseite Verlust des Hörvermögens, Hautinfektionen, bleibende Vernarbung oder seltener periphere Neuropathie (Beschädigung eines Nervs, der die Bewegung kontrolliert) verursachen.4

  • Ist Gürtelrose ansteckend?

    Es ist nicht möglich sich mit Herpes Zoster anzustecken. Herpes Zoster wird nur durch die Reaktivierung des körpereigenen Windpocken Virus verursacht. Der Kontakt mit jemanden, der an Gürtelrose erkrankt ist, hat somit keinen Einfluss auf die eigene Reaktivierung des Windpocken-Virus und kann somit nicht zu einem Herpes Zoster führen. Allerdings können sich Menschen, die noch nie an Windpocken erkrankt sind, an einer Herpes Zoster-Blase an Windpocken anstecken.1

  • Ist Gürtelrose behandelbar?

    Die Therapie des Herpes Zosters und der postherpetischen Neuralgie ist schwierig und komplex. Ärzte können Medikamente verschreiben, um die Symptome zu lindern und Schmerzmittel, um die Schmerzen, die mit Gürtelrose verbunden sind, abzuschwächen. Die Behandlungsart kann von Person zu Person variieren. Damit gewisse Behandlungen überhaupt effektiv sind, ist es wichtig, weniger als 72 Stunden nach Auftreten des Ausschlags damit zu starten.2,3
    Die verwendeten Medikamente haben jedoch nur wenig Einfluss auf das Risiko für eine postherpetische Neuralgie.10,11

  • Kann Gürtelrose vorgebeugt werden?

    Unter Umständen kann eine Impfung angebracht sein. Die Impfung wird neu seit November 2017 vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) für immunkompetente Personen im Alter von 65 bis 79 Jahren sowie für in naher Zukunft voraussichtlich bzw. wahrscheinlich immungeschwächte Patientinnen und Patienten im Alter von 50 bis 79 Jahren empfohlen. Für mehr Informationen stehen Ärzte, Apotheker oder anderen Gesundheitsexperten zur Verfügung.13

Download & Links

Referenzen

1Windpocken und Gürtelrose BAG: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/themen/mensch-gesundheit/uebertragbare-krankheiten/infektionskrankheiten-a-z/windpocken.html, abgerufen am 30. 10. 2017.

2Immel-Sehr A. Gefahr aus den Ganglien. Pharmazeutische Zeitung 37; 2016: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=65066, abgerufen am 30. 10. 2017.

3Beutler M. Herpes Zoster: Frühe Therapie verhindert Komplikationen. Pharmazeutische Zeitung 19; 2006: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=1205, abgerufen am 30. 10. 2017.

4Harpaz R et al. Prevention of herpes zoster: recommendations of The Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP). MMWR Recomm Rep. 2008;57(RR-5):1-30.

5Schiffner-Rohe S et al. Herpes Zoster in Deutschland. MMW 2009; 151: 193 – 197.

6Meister W et al. Demography, Symptomatology, and Course of Disease in Ambulatory Zoster Patients. Intervirolog. 1998;41(6):272 – 277.

7Forbes HJ et al. Quantification of risk factors for herpes zoster: population based case-control study. BMJ. 2014 (13);348:g2911.

8Chen N et al. Antiviral treatment for preventing postherpetic neuralgia. Cochrane Database Syst Rev. 2014;(2):CD006866.

9Rabaud C et al. Early antiviral treatment fails to completely prevent herpes-related pain. Med Mal Infect. 2013;43(11-12):461-6.

10Oster G et al. Antiviral treatment for preventing postherpetic neuralgia. J Pain 2005;6(6):356 – 363.

11Schweizer Impfplan 2018. Bundesamt für Gesundheit und Eidgenössische Kommission für Impffragen, Richtlinien und Empfehlungen, Stand 2018.

12Guignard AP et al. Risk of herpes zoster among diabetics: a matched cohort study in a US insurance claim database before introduction of vaccination, 1997 – 2006. Infection. 2014;42(4):729 – 35. 4.

13Bundesamt für Gesundheit (BAG): BAG-Bulletin 48/2017: Empfehlungen zur Impfung gegen Herpes Zoster / «Gürtelrose».

14Yawn BP et al. A population-based study of the incidence and complication rates of herpes zoster before zoster vaccine introduction. Mayo Clin Proc. 2007;82(11):1341-9.

15Miller E, Marshall R, Vurdien J. Epidemiology, outcome and control of varicella-zoster infection. Rev Med Microbiol. 1993;4:222 – 30.

16Eckert N. et al. Varizellen und Herpes Zoster. Ein Virus, zwei Krankheiten und aktuelle Impfempfehlungen in der Schweiz. Therapeutische Umschau. 2016;73:247 – 252.

17Oster G et al. Antiviral treatment for preventing postherpetic neuralgia. J Pain 2005;6(6):356 – 363.

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